Mittwoch, 9. Juli 2008

Übungsanlage SCHIFF MANV 2008

Vorwort
Die örtliche Einsatzleitung Rettungsdienstdienst führt im Rahmen ihre laufenden Aus- und Fortbildung u.a. jährliche Übungen durch.
So wurden in den Vorjahren Übungen beim KH Cloppenburg, St. Anna Stift Löningen, dem Seniorenheim St. Pius Cloppenburg, dem Seniorenheim St. Margarethen Emstek und 2007 ein Massenanfall von Verletzten bei dem Busunglück in Garen beübt.

1 Übungsziele
Für die Übung wurden von der Planungsgruppe die folgenden Übungsziele erarbeitet:
· Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung
· Zusammenarbeit zwischen DLRG, DRK Einsatzeinheiten, THW, Einsatzleitung, Feuer-wehr und der Polizei.
· Kommunikation zwischen den Einsatzkräften.
· Erprobung der Registrierung bis zur Zusammenführung der Daten bei der PI Barßel.
· Sichtung und Triage von Patienten
· Aufgabenverteilung zwischen den Kräften
· Zusammenarbeit an der Einsatzstelle
· Ordnung des Raumes / Organisation der Einsatzstelle
· Retten von Personen von einem Schiff und aus dem Wasser.
· Einrichten und Betreiben eines Verbandplatzes und Wagenhaltestelle.

2 Übungsteilnehmer
Beübt werden soll die/das:
· Örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst des LK CLP
· DLRG Barßel, Saterland und Friesoythe
· Freiwillige Feuerwehr Barßel
· DRK Einsatzeinheiten Nord, Mitte und Süd
· Rettungswache Barßel
· THW OV Cloppenburg
· Krisenintervention des DRK KV Cloppenburg
· Fernmelder
· Polizeikommissariat Barßel


3 Übungsablauf
Diese Übung erfolgt ohne Alarmierung. Die Einsatzkräfte sammeln sich bei den Unterkünf-ten bzw. auf dem Sammelplatz und werden von der Leitstelle mit den voraussichtlichen Stichworten F3 bzw. MANV2 entsandt.
Bei einem realen Unfall würden folgende Kräfte dem Einsatz zugeteilt:
· FF Barßel
· Rettungsdienst (alle im Umkreis verfügbaren RTW und NEF)
· Örtliche Einsatzleitung
· DRK Einsatzeinheiten
· DLRG (mehrere Boote sind zwingend erforderlich!)
· Polizei
· THW
· Fernmelder

Die für die Übung vorgesehenen Einsatzkräfte werden von der Übungsleitung über Funk gemäß Übungsverlauf und Zeitplan von den Unterkünften bzw. vom Sammel-platz abberufen.

Alle weiteren Maßnahmen werden durch die Einsatzleitung angeordnet.
3.1 Zeitlicher Ablauf

09.00 Uhr Treffen der Übungsleitung und der Darsteller auf dem Parkplatz
Vor dem ehemaligen Restaurant „Schöne Aussichten“

09.45 Uhr Sammeln der Einsatzeinheiten am Sammelplatz

- DRK EE Nord bei der Unterkunft DRK Strücklingen
- DRK EE Mitte auf dem Parkplatz Einkaufszentrum Barßel (Ortseingang Barßel von Harkebrügge kommend, auf der linken Seite)
- DRK EE Süd bei der Grundschule Elisabethfehn-Mitte Oldenburger Strasse
- FF Barßel, eigener Stützpunkt
- THW auf dem Parkplatz gegenüber der FF Barßel
- DLRG auf dem Parkplatz gegenüber der FF Barßel

10.00 Uhr Übungsbeginn
10.05 Uhr Eintreffen der ersten Kräfte von FF Barßel, Rettungsdienst und Polizei
10.08 Uhr Eintreffen der örtlichen Einsatzleitung, DLRG und EE Nord
10.10 Uhr Nachforderung des THW
10.11 Uhr Nachforderung der EE Mitte und Süd
10.11 Uhr Nachforderung des Kriseninterventionsdienstes
12.00 Uhr Übungsende
12.30 Uhr Kurze Nachbesprechung und Danksagung im Feuerwehrhaus Barßel
Mit anschl. Verpflegung
3.2 Übungsaufgaben

· Einsatzleitung
- Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung aus Feuerwehr, Ret-tungsdienst, THW, DLRG und Polizei
· Brandbekämpfung
- Personenrettung
- Brandbekämpfung
- Nachsuche (auch durch die Tauchergruppen)
· Evakuierung
- Evakuierung des MS „Spitzhörn“ in Zusammenarbeit mit Ret-tungsdienst, DRK, Tauchergruppe, DLRG, THW Feuerwehr und Polizei.
- Registrierung
- Triage
- Transport
· Versorgung und Unterbringung von Personen
- Organisation, herrichten und betreiben eines Verband- und Krankenwagenhalteplatzes
- Versorgung und Betreuung
- Einrichten von Liege- und Sitzmöglichkeiten




MS SPITZHÖRN

Seit dem 01. April 1990 verfügt das Erholungsgebiet Barßel-Saterland über ein Fahrgastschiff. Es har eine Länge von 20m, ist 4,50m breit und hat einen Tiefgang von 0,90m.
Der Salon fasst insgesamt 55 Personen und auf dem Sonnendeck haben 75 Personen Platz.
3.3 Lage
Kurz nach dem Ablegen des Ausflugsdampfers Spitzhörn explodiert in der Küche des Damp-fers eine Propangasflasche.
Durch die Explosion wird das Heck schwer beschädigt und das Schiff treibt manövrierunfähig auf dem Wasser im Hafenbecken.
An Bord befinden sich ca. 40 Personen.
Um 09.55 Uhr geht bei der Leitstelle Cloppenburg folgender Notruf des Kapitäns ein:

„ ...Grüssing mein Name... Ich bin der Kapitän des Fahrgastschiffes Spitzhörn hier in Barßel.
... hier hat es ein Unglück gegeben...wir hatten eine Explosion an Bord... ich glaube wir sind
so 40 Leute an Bord. Ein paar schwimmen im Wasser...wir hatten gerade abgelegt, sind a-ber
noh im Hafenbecken...ich kann kaum etwas sehen, weil alles voller Rauch ist. Ich kann das
Schiff nicht mehr steuern...brauchen dringend Hilfe!!!“

Aufgrund des Notrufes alarmiert der Disponent der Leitstelle mit dem Einsatzstichwort
„MANV Schiffsunfall, Explosion an Bord“ folgende Kräfte:
RTW Barßel
EE Nord mit Tauchergruppe DRK Sedelsberg
Feuerwehr Barßel
DLRG Barßel, Saterland und Friesoythe
Örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst
Polizei

Nach wenigen Minuten treffen die ersten Einsatzkräfte vor Ort ein und geben eine erste La-gemeldung ab.

„Fahrgastschiff im Hafenbecken, Schiff hält sich mit leichter Neigung über Wasser. Schiff ist
manövrierunfähig. Ca. 40 Personen Bord. Der hintere Teil des Schiffes ist schwer
beschädigt. Zur zeit besteht noch keine Möglichkeit auf das Schiff zu kommen, aber es
könnten Personen eingeklemmt und auf jeden Fall verletzt sein.
Es steigt Rauch am Heck des Schiffes auf, Flammen sind nicht zu erkennen.“

Aufgrund dieser Rückmeldung alarmiert der Disponent außerdem die EE Mitte und Süd so-wie das THW, die Fernmelder und die Krisenintervention.

Die Uhrzeit der Übung ist gleich Echtzeit!
Wetter wie am Übungstag!

3.4 Übungsleitung
§ Ärztliche Leitung und Übungskommentierung: Dr. Peter Melzer, LNA
§ Übungsleitung: Rudi Otten und Carsten Schlimbach, örtELRD
§ Darstellung: Petra Oltmann, RUD Markhausen
§ Rettungsdienstträger: Werner Buddelmeyer, SB Rettungsdienst
§ Technischer Aufbau und THW: Stefan Hollah
§ Feuerwehr Barßel: Uwe Schröder, GemBM Barßel
§ Verpflegung: Ignatz Niehaus, DRK Molbergen


3.5 Darstellung

Für die Übungsdarstellung werden benötigt:

3.5.1 Branddarstellung
· Auf dem hinterem Teil des Schiffes wird Qualm mit Disconebel erzeugt. Das Gerät wird von der FF Barßel organisiert. Es wird angenommen, dass es kein offenes Feuer an Bord gibt.
3.5.2 Verletzte

· 20 Personen mit unterschiedlichen Verletzungen werden vom RUD Markhausen darge-stellt.
· Es sollen 20 zu evakuierende und zu registrierende Personen dargestellt werden
· 2 Personen sind über Bord gegangen und werden vermisst (durch Puppen dargestellt, die durch dir Taucher gefunden werden müssen.
3.5.3 Absperrung

· Bereiche, die nicht für die Übung genutzt werden dürfen (auf dem Schiff sowie im Hafenge-lände) werden mit Flatterband abgetrennt.
3.5.4 Fernmeldeplanung

· Für die Übung können die regulären 4m Band Funkkanäle von Feuerwehr und Rettungs-dienst genutzt werden. Falls diese Kanäle nicht Verfügbar sind, stehen für den Sprechfunk-verkehr des Rettungsdienstes der Kanal 491WO und für die Feuerwehr der Kanal 468WO zur Verfügung. Hier besteht dann jedoch keine Funkverbindung zur Leitstelle.
· Die 2m Band Funkkanäle bleiben wie gewohnt auf 51WU für den Rettungsdienst und 55 WU für die Feuerwehr bestehen.

3.5.5 Verhalten bei Echteinsätzen

· Der RTW der RW Barßel nimmt an der Übung teil. Der RTW darf aber nur so eingesetzt werden, dass er jederzeit abkömmlich und einsatzbereit ist.
· Bei echten Verletzungen während der Übung werden diesbezüglich Meldungen mit dem Stichwort „Echteinsatz“ eingeleitet.

3.5.6 Sicherheitscodewort
Einsatzkräfte können bei der Rettung der Darsteller nicht unterscheiden, ob die Schreie und Schmerzensäußerungen echt oder nur „gespielt“ sind. Darum wird ein Codewort vereinbart mit dem der Darsteller dem Retter mitteilen kann, das z.B. jetzt echte Schmerzen aufgrund der Rettung auftreten oder die Situation unangenehm wird. Daraufhin muss die Aktion so-fort abgebrochen werden.

4 Beobachter

Für die Beurteilung der Übung werden Beobachter eingesetzt., die die Eindrücke bei der anschließenden Übungsnachbesprechung schildern sollen.

· Örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst: Heinz Dierker
· DRK EE und Rettungsdienst: Wolfgang Oltmanns


5 Gäste und Zuschauer

Gäste und Zuschauer, die Mitglieder von der Feuerwehr oder den Hilfsorganisationen sind, sollen keine Einsatzkleidung tragen, um nicht mit den Übungsteilnehmern verwech-selt zu werden.
Sie werden während der Übung wie Zuschauer behandelt.

6 Presse

Die Presse wird über die Pressestelle des Landkreises eingeladen und informiert. Wäh-rend der Übung übernehmen Dr. Melzer und Carsten Schlimbach die Pressebetreuung und Information.
Sie werden mit grünen Funktionswesten gekennzeichnet.

7 Logistik

Die Versorgung aller Teilnehmer an der Übung erfolgt über die DRK Küche Molbergen. Verantwortlich und Ansprechpartner ist Ignatz Niehaus.
Es wird von folgender Teilnehmerzahl ausgegangen:


Teilnehmer Anzahl

Örtliche Einsatzleitung 5
Feuerwehr Barßel 25
DRK EE Nord 25
DRK EE Mitte 25
DRK EE Süd 25
Polizei Barßel 3
Fernmeldedienst 3
Besatzung der Spitzhörn 3
Darsteller 40
Übungsleitung 5
Beobachter/Krisenintervention 5
THW 20
DLRG 20
_________________________
Summe 204

8 Nachbesprechung

Eine kurze Nachbesprechung findet direkt im Anschluss an die Übung im Feuerwehrhaus Barßel statt. Hierzu können kurze Statements von Beobachtern und Teilnehmern gegeben werden.

Ein Termin über eine umfangreiche Nachbesprechung wird nach der Übung bekannt ge-geben.


9 Kosten

Die Kosten der Übung werden vom Landkreis Cloppenburg aus Mitteln der Ausbildung für die örtliche Einsatzleitung bzw. KatS getragen.

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